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Weißenburg (Elsass)

französisch "Wissembourg", Stadt im nordöstlichen Elsass

ie Stadt entwickelte sich aus einer Ansiedlung um das im 7. Jahrhundert gegründete Kloster Weißenburg. Von 1306 bis 1697 war Weißenburg Reichsstadt und gehörte zum 1354 gegründeten Zehnstädtebund elsässischer Reichsstädte. Zwischen 1480 und 1503 beschäftigte der Zwist des Klosters mit Hans von Trotha, dem Burgherrn des Berwartstein, den Kurfürsten von der Pfalz, Philipp den Aufrichtigen, König und späteren Kaiser Maximilian I. sowie die Päpste Innozenz VIII. und Alexander VI. 1522 wurde die Reformation durch Heinrich Motherer und Martin Bucer eingeführt. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 kamen große Teile des Elsass unter französische Herrschaft, Frankreich erhielt die Landvogtei über den Zehnstädtebund, der aber weiterhin Vertreter zum immerwährenden Reichstag nach Regensburg entsandte. Mit seiner Reunionspolitik ließ Ludwig XIV. 1673 und 1674 die zehn Städte erobern und ihre Befestigungen schleifen. Im Frieden von Rijswijk 1697 erhielt Frankreich die Herrschaft über Straßburg und die Dekapolis endgültig bestätigt. 1793 befreiten im Ersten Koalitionskrieg französische Revolutionsstreitkräfte in der Zweiten Schlacht bei Weißenburg die Stadt von der Besatzung durch Österreich, Preußen und andere.

Erste Juden sollen sich im 13. Jahrhundert in Weißenburg angesiedelt haben, nachweisbar vor allem durch ihre Verfolgungen. Am 4. Juli 1270 wurden sieben Juden wegen eines angeblichen Ritualmords gerädert, 1349 während der Pestpogrome drei weitere verbrannt. 1362 wurden erneut einige aufgenommen, seit dem 16. Jahrhundert lebten wieder Juden in der Stadt. 1766 lebten 15 jüdische Familien in Weißenburg, 1780 waren es 54 Erwachsene, 81 Kinder und 17 Diener. Im 19. Jahrhundert wuchs die Gemeinde durch Zuzug aus umliegenden Dörfern stark an, ging danach durch Aus- und Abwanderung wieder zurück. Zur Gemeinde gehörten eine Synagoge, eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof seit 1681. Im 19. Jahrhundert wurde Weißenburg Sitz eines eigenen Bezirksrabbinates. 1939 gehörten der jüdischen Gemeinde noch 146 Personen an.

Die erhaltenen Stadtbefestigungen umfassen die Zeit vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Die ursprüngliche Stadtmauer wurde ab 1262 und 1293 gebaut. Nach dem Aufkommen leistungsfähiger Kanonen im 18. Jahrhundert wurden die Steinmauern ab 1746 im nordöstlichen Teil durch Erdwälle ersetzt, wobei die alte Mauer als Kern diente und ein flutbarer Graben angelegt wurde. Diese Verteidigungslinie bewährte sich am 4. August 1870 in der Schlacht bei Weißenburg, als es bayerischen Truppen nicht gelang, sie zu überwinden. Die restliche Stadtmauer blieb erhalten, auch weil man sich nun hauptsächlich gegen Deutschland schützte. Der Pulverturm aus dem 13. Jahrhundert wurde in den 1930er Jahren in die Maginot-Linie einbezogen, im Erdgeschoss wurde ein Bunker eingebaut und die Schießscharten mit Beton verstärkt.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Weißenburg (Elsass)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 269906282redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: JoachimKohler-HBentstanden 2017CC BY-SA 4.0Quelle