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Westfalen

nordöstlicher Landesteil von Nordrhein-Westfalen

ie Westfalen traten erstmals in den Reichsannalen Karls des Großen als Teilstamm der Sachsen hervor. In einem Jahrzehnte dauernden Krieg wurden Sachsen und Westfalen in den fränkischen Staat eingegliedert. Die Christianisierung durch Gründung von Bistümern, Klöstern und Pfarrkirchen war dabei ein zentrales Mittel. Politisch wurde das Gebiet in Grafschaften eingeteilt, die überwiegend vom einheimischen Adel besetzt wurden. Im Jahr 955 wurde dem Besitzer der Grafschaft Lerigau, Graf Heinrich I., der Titel eines Grafen von Westfalen verliehen. Sein Sohn Hermann I. gilt als Ahnherr der Grafen von Werl.

Vor einem territorial zersplitterten Hintergrund vollzog sich die politische Geschichte des Raumes im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Die zunächst starken Grafen von Werl-Arnsberg büßten gegen die vordringende Macht der Erzbischöfe von Köln erheblichen Einfluss ein, ehe ihr Gebiet 1368 durch Schenkung ganz an Köln fiel. Das Konkurrenzverhältnis zwischen dem Erzbistum Köln und der aufstrebenden Grafschaft Mark führte in der Schlacht von Worringen zu einer Schwächung Kölns. Seither gab es keine wirklich dominierende Kraft im westfälischen Raum mehr, und die Grenzen änderten sich fortan meist nur durch Erbteilung oder das Erlöschen eines adeligen Hauses.

Einen tiefgreifenden Bruch mit der seit dem frühen Mittelalter entstandenen territorialen Struktur bedeutete die Aufhebung der geistlichen Staaten im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses. Gebiete, die nicht an Preußen fielen, wurden meist landfremden Fürsten übergeben, die durch französische Annexionen im Rheinland ihren bisherigen Besitz verloren hatten. Dazu zählen das Fürstentum Salm, das die Gebiete der früheren münsterschen Ämter Bocholt und Ahaus, der Grafschaft Anholt und der Herrschaft Gemen umschloss, sowie das Herzogtum Arenberg-Meppen, das unter anderem das kurkölnische Vest Recklinghausen erhielt. Das 1807 entstandene napoleonische Königreich Westphalen griff auf den Namen zurück, umfasste aber nur wenige als westfälisch geltende Gebiete.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel WestfalenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270024394redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0