Wetzlar
mittelhessische Kreisstadt an Lahn und Dill im Lahn-Dill-Kreis; Stadt mit Sonderstatus
om Ende des 12. Jahrhunderts bis etwa 1350 stieg Wetzlar als Freie Reichsstadt mit rund 6000 Einwohnern nach Frankfurt zur zweitgrößten Stadt der Region auf, verarmte danach jedoch bis Anfang des 15. Jahrhunderts. Der Hohenstaufenkaiser Friedrich I. Barbarossa schuf im Wetzlarer Gebiet eine Reichsvogtei und stellte 1180 die Bürger Wetzlars den Bürgern Frankfurts gleich. Wetzlar wurde zugleich Reichsstadt und blieb es bis 1803. Zum Schutz der Stadt und zur Sicherung der Wetterau als Reichsland ließ er die Reichsburg Kalsmunt hoch über Wetzlar weiter ausbauen.
Der Dom, ein Marienstift, ist eines der Wahrzeichen Wetzlars. Sein Baubeginn war 1230, vollendet ist er bis heute nicht. Er folgt einer im Jahr 897 geweihten Salvatorkirche, die selbst schon eine Vorgängerkirche ablöste. Die Bezeichnung Dom setzte sich ab Ende des 17. Jahrhunderts durch, verstärkt in der Zeit des Reichskammergerichts von 1689 bis 1806, als der Kurerzbischof von Trier als einer der Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Stiftspropst war und der Dom Bischofskirche wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt.
Die Stadt Wetzlar und der umliegende Raum gehörten von den Ursprüngen an bis 1933 zum Bistum beziehungsweise Erzbistum Trier. Der Erzbischof war Stiftspropst des Wetzlarer Domes.
Als bekannteste Persönlichkeit der Wetzlarer Geschichte gilt Johann Wolfgang von Goethe, der 1772 als Jurist am Reichskammergericht wirkte. Die erste bekannte Persönlichkeit der Stadt war Graf Gebhard, der 897 eine Salvatorkirche an Stelle einer Vorgängerkirche weihen ließ und 914/915 das Kloster St. Maria in Wetzlar stiftete, wo er auch begraben wurde.