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Wibald von Stablo

mittelalterlicher Abt

ibald war Sohn eines Ministerialen des Klosters Stablo und wurde 1130 zum Abt von Stablo und Malmedy gewählt. 1131 belehnte ihn König Lothar mit den Regalien. Bei der Königswahl 1138 unterstützte er den Staufer Konrad III. gegen Heinrich den Stolzen und wirkte ab 1139 als Stilist in dessen Hofkanzlei. 1146 wurde er Gesandter bei Papst Eugen III. und anschließend Abt von Corvey, wo er auch gegen Heinrich den Löwen Einfluss in Sachsen sichern sollte. 1147 nahm er am Wendenkreuzzug teil und plante 1150 eine Heirat zwischen Konrads Sohn Heinrich VI. und einer Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel, die jedoch nie zustande kam. Nach Konrads Tod 1152 zog sich Wibald nach Corvey zurück, wurde aber weiterhin von Friedrich Barbarossa als Gesandter eingesetzt, etwa nach Byzanz. Er erreichte ein Privileg von Papst Hadrian IV. für Corvey und persönliche bischöfliche Ehrenrechte. 1158 starb er auf der Rückreise von einer Mission nach Byzanz in Mazedonien; seine Gebeine wurden später nach Stablo überführt.

Wibald stand ideengeschichtlich in der Tradition des Reichsmönchtums, das Königtum und Kirche als untrennbar ansah, griff aber in der Justiz auf römische Vorbilder zurück. Lange galt er in der Geschichtswissenschaft als graue Eminenz am Hof Konrads III. und wurde für dessen angebliche Abhängigkeit von der Kirche verantwortlich gemacht. Die neuere Forschung schätzt seinen Einfluss geringer ein, betont aber zunehmend seine Bedeutung für Barbarossa und die Kontinuität der Kanzleiarbeit zwischen den beiden Staufern.

Von großem historischem Wert ist das Briefbuch des Wibald, das sich im Staatsarchiv Lüttich erhalten hat und Abschriften von insgesamt 451 Briefen aus dem Zeitraum von Ende 1146 bis Herbst 1157 enthält. Es gilt als wichtigste Quelle über seine Tätigkeit in Konrads Kanzlei. Darin überliefert ist auch der Stammbaum Friedrich Barbarossas, die Tabula consanguinitatis, der im Zusammenhang mit dessen Scheidung von Adela von Vohburg im Jahre 1153 steht und eine wichtige Quelle für die Genealogie der Staufer darstellt.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Wibald von StabloVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269557558redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0