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Kaiser

Herrschaftstitel, abgeleitet vom lateinischen Eigennamen des Gaius Iulius Caesar

Das Ende der Kaisertradition im Westen

ach dem Untergang des Weströmischen Reiches endete die Kaisertradition im Westen: 476 wurde der letzte Usurpator Romulus Augustulus abgesetzt, vier Jahre später wurde Julius Nepos, der letzte legitime Kaiser, ermordet. Die oströmischen Kaiser erhoben weiterhin den Anspruch, rechtmäßige Herrscher des gesamten Römischen Reiches zu sein, da das Imperium im Osten formal fortbestand. Justinian I. konnte diesen Anspruch durch die Eroberung von Teilen Italiens, Spaniens und Nordafrikas zwischen 527 und 565 zeitweise auch machtpolitisch stützen. Im 7. und 8. Jahrhundert wurde der byzantinische Anspruch im Westen angesichts der erstarkenden Königreiche der Franken und Langobarden sowie der islamischen Eroberungen in Nordafrika und Spanien jedoch nur noch theoretisch aufrechterhalten.

Die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches

Nach der Eroberung Norditaliens 951/52 belebte der ostfränkische König Otto I. mit seiner Kaiserkrönung durch den Papst in Rom 962 die Tradition des Römischen Reiches und des Karolingerreiches wieder. Seither betrachteten sich alle ostfränkischen und römisch-deutschen Könige bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahr 1806 als einzig berechtigte Nachfolger der römischen Caesaren und als weltliche Oberhäupter der Christenheit. Zur Erlangung der Kaiserkrone war während des gesamten Mittelalters jedoch ein aufwendiger Romzug zur Krönung durch den Papst erforderlich, was entsprechende Geld- und Machtmittel voraussetzte. Deshalb erlangten etliche deutsche Könige den Kaisertitel erst nach Jahren oder Jahrzehnten, andere erhielten ihn nie.

Das Kaisertum Österreich

Um zu verhindern, dass Napoleon I. bei seiner Krönung zum Kaiser der Franzosen 1804 die Reichsinsignien nutzen und sich so in deren Tradition stellen konnte, hatte der Habsburger Franz II. die Reichskleinodien von Nürnberg nach Wien überführen lassen. Da Franz II. protokollarisch nicht hinter Napoleon und dem russischen Zaren zurückstehen wollte, nahm er ohne Krönungsakt den Titel Kaiser von Österreich an und vereinigte alle habsburgischen Länder unter dem Kaisertum Österreich. 1806 legte er die deutsche Kaiserkrone nieder und erklärte das deutsche Reich für aufgelöst.

Das gescheiterte deutsche Erbkaisertum

Die Deutsche Revolution 1848/1849 führte am 18. Mai 1848 zur Konstitution einer Nationalversammlung in Frankfurt, wo die Paulskirchenverfassung bis zum Frühjahr 1849 ausgearbeitet wurde. Diese Verfassung sah ein konstitutionelles Erbkaisertum vor, das im April 1849 dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. angetragen wurde. Dieser wies das Angebot zurück, weil er in seinem monarchischen Selbstbild von der christlichen Tradition des Gottesgnadentums ausging und die Idee der Volkssouveränität ablehnte. Das Vorhaben ging kurz darauf unter, da preußische und österreichische Truppen die demokratischen Kräfte bis Juli 1849 gewaltsam niederschlugen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel KaiserVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268371691redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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