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Krönung der römisch-deutschen Könige und Kaiser

Amtseinsetzung eines neuen Herrschers im Heiligen Römischen Reich

as Zeremoniell entwickelte sich aus der germanisch-fränkischen Schilderhebung. Bei Pippin dem Jüngeren, 751 zum König erhoben, ist von einer Krönung im eigentlichen Sinn noch nichts zu erkennen. Einhard berichtet erstmals im Frankenreich von einer Salbung, die der Königserhebung eine sakrale Komponente hinzufügte und das Königsheil der Merowinger auf die Karolinger übertragen sollte. Auch bei Karl dem Großen und Karlmann I., die 754 in Noyon und Soissons inthronisiert wurden, stand die Schilderhebung im Zentrum. Erst 781 empfing Karl der Große mit seinen Söhnen von Papst Hadrian II. das königliche Diadem.

Nach dem Tod Heinrichs I. wurde 936 in Aachen, der Stadt Karls des Großen, Otto I. gewählt und gekrönt. Bis auf vier Krönungen in Mainz, Köln und Bonn fanden bis 1531 alle Krönungen der römisch-deutschen Könige in Aachen statt. Mit Ottos Thronbesteigung bildeten sich symbolische Akte heraus, die bis zur Krönung des letzten Kaisers 1792 galten. Die weltliche Königserhebung verschmolz zunehmend mit Salbung und Messliturgie zu einer Machtdarstellung, die den sakralen Charakter des Amtes und das Gottesgnadentum betonte. Die Krone, oft mit eingelegter Reliquie, wurde zum Zeichen dieser göttlichen Bestimmung.

Mit der Goldenen Bulle aus dem Jahre 1356 wurde die Königswahlordnung endgültig festgelegt. Sie bildete bis 1806 ein Kernstück der Reichsverfassung und stellte, anders als zuvor, den Königstitel in den Mittelpunkt, weil seit dem Investiturstreit die geistliche Stellung des Herrschers infrage stand. Allein durch die Wahl erhielt der Gewählte nun alle Rechte eines Königs und künftigen Kaisers; eine formelle päpstliche Bestätigung war nicht mehr nötig. Die Krönung zum Kaiser durch den Papst in Rom wurde dennoch angestrebt, aber nur noch von Sigismund 1433 und Friedrich III. 1452 in Rom sowie von Karl V. 1530 in Bologna erreicht. Zugleich wurde das Mehrheitswahlrecht festgeschrieben, sodass Mehrfachwahlen entfielen.

Seit dem 15. Jahrhundert klafften Anspruch und Wirklichkeit des Reiches als Universalmonarchie zunehmend auseinander. Die Legitimation des Kaisertums durch den Papst verlor an Bedeutung, was sich im Namenszusatz „Deutscher Nation“ niederschlug. Die Krönungszeremonie verlagerte sich von Aachen nach Frankfurt am Main, ohne dass dem Papst dabei noch eine entscheidende Rolle zukam.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Krönung der römisch-deutschen Könige und KaiserVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269638130redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Petrus de Ebuloentstanden 1196Public domainQuelle