Erste Wiener Türkenbelagerung
Schlacht der Türkenkriege
ach der Eroberung Konstantinopels 1453 setzten die Osmanen ihre Expansion auf der Balkanhalbinsel fort. Unter Sultan Süleyman, der seit 1520 herrschte, wurde Ungarn zum Ziel. 1526 siegte er bei Mohács über König Ludwig II., der fiel. Ferzherzog Ferdinand von Österreich erhob aufgrund eines Erbvertrags von 1515 Ansprüche auf Böhmen und Ungarn, doch ein Teil des ungarischen Adels wählte Johann Zápolya zum König. Zápolya stellte sich 1528 unter osmanischen Schutz. Mitte 1529 rückte Süleyman in Ungarn ein, setzte Johann in Buda ein und zog weiter nach Wien. Die Habsburger waren militärisch in Italien gebunden, da Kaiser Karl V. dort gegen das Haus Valois kämpfte. Auf dem Reichstag zu Speyer erhielt Ferdinand im April 1529 Geld und Truppen, jedoch ohne Mandat zur Rückeroberung Ungarns; die Truppen durften die Reichsgrenze nicht überschreiten. Friedrich von der Pfalz wurde ihr Befehlshaber.
Süleyman brach am 10. Mai 1529 von Konstantinopel auf. Im September erschienen die Akıncı vor Wien, viele Bürger flohen, darunter sieben von zwölf Stadtratsmitgliedern. Die Stadt wurde von der Garnison, Resten der Miliz und mehreren Tausend Söldnern verteidigt, insgesamt etwa 17.000 Soldaten, während die osmanische Streitmacht rund 150.000 Menschen umfasste, davon etwa 80.000 Kämpfer sowie 15.000 bis 18.000 Vasallentruppen. Am 27. September wurde Wien eingeschlossen. Niklas Graf Salm und Wilhelm von Rogendorf verstärkten die Stadtmauern, Pfalzgraf Philipp befehligte einen Mauerabschnitt. Süleyman schickte eine Delegation, die Kapitulation forderte, doch die Wiener lehnten ab.
Ibrahim Pascha plante, das Kärntnertor zu unterminieren und sturmreif zu schießen. Da schwere Kanonen fehlten, blieb die Wirkung aus, und die Osmanen versuchten, die Mauern zu unterminieren. Ein Überläufer verriet die Pläne, sodass Wasserbottiche zur Früherkennung aufgestellt wurden. Es kam zu unterirdischen Kämpfen, bei denen die Verteidiger die Oberhand gewannen, doch sprengten die Angreifer mehrere Breschen. Am 12. Oktober folgte nach der Sprengung der „Sulaiman-Bresche“ der bisher größte Angriff, bei dem die Osmanen 1200 Janitscharen verloren. Wegen schlechter Versorgungslage und bevorstehendem Winter berief Süleyman einen Kriegsrat ein. Am 14. Oktober scheiterte ein letzter Sturmangriff durch das Kärntnertor unter schweren Verlusten der Janitscharen.