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Reichstag zu Worms (1495)

Reichstag

m Laufe des 15. Jahrhunderts wurde immer deutlicher, dass das Heilige Römische Reich eine Reichsreform brauchte. Die Vorstellungen reichten von der Wiederherstellung kaiserlicher Machtvollkommenheit bis zu einem kurfürstlichen Regiment, ein Entwurf war die Reformatio Sigismundi. Fast alle Vorschläge befürworteten einen ewigen Landfrieden sowie Rechts-, Gerichts-, Steuer- und Münzordnungen. Seit dem Frankfurter Wahltag 1486 machten die Reichsstände ihre Unterstützung für den Kaiser von Zugeständnissen bei der Reform abhängig. Kaiser Friedrich III. lehnte dies bis auf den zehnjährigen Landfrieden von 1486 ab. Maximilian I. verlängerte diesen Landfrieden am 10. Mai 1494 bis 1499, was als Signal seiner Reformbereitschaft gilt.

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Als Maximilian I. am 24. November 1494 den Wormser Reichstag für den 2. Februar 1495 ausschrieb, ging es ihm nicht um die Reichsreform, sondern um außenpolitische Probleme. Er sah den Türkenkrieg gegen das Osmanische Reich als wichtigste Pflicht an, doch Karl VIII. von Frankreich hatte 1494 einen Italienfeldzug begonnen, der Papst, Reichsitalien und besonders das mit Maximilian durch seine Heirat mit Bianca Maria Sforza verbundene Mailand bedrohte. Maximilian plante deshalb für 1495 einen eigenen Italienfeldzug samt Kaiserkrönung in Rom und hatte für den Reichstag nur zwei Wochen vorgesehen. Er traf am 18. März in Worms ein, musste die Stadt aber erst im September wieder verlassen, da die Reichsstände weniger am Feldzug als an der Reichsreform interessiert waren. Der Verlauf lässt sich grob in drei Phasen unterteilen.

Das Reichsregiment war der zentrale und zugleich umstrittenste Punkt der Reformpläne der Stände und Bertholds von Henneberg. Nach den Vorstellungen der Stände hätte es eine freiwillige Entmachtung des Königs und des Kaisertums bedeutet, indem die Reichsregierung an einen Rat übergegangen wäre. Dabei hätte es sich nicht um eine demokratische Volksregierung gehandelt, sondern um die Ersetzung der Monarchie durch eine Oligarchie der Kurfürsten, was auch den Ständen selbst schnell klar wurde. Maximilian machte einen Gegenvorschlag, der das Reichsregiment zu seinem Hofrat und einer Art Abwesenheitsvertretung des Königs gemacht hätte. Da dies wiederum nicht im Interesse der reformwilligen Stände lag, kam der Reichstag erst zur Einigung, als die Pläne für das Reichsregiment vollständig aufgegeben wurden.

Die schweizerische Eidgenossenschaft lehnte Reichssteuer und Reichskammergericht ab, was 1499 zum Schwabenkrieg führte. Nach dem Sieg der Eidgenossenschaft wurde im Frieden zu Basel implizit anerkannt, dass sie von Reichssteuer und Reichskammergericht ausgenommen blieb, ohne aus dem Reich auszuscheiden. Das in Worms besprochene Reichsregiment wurde erst auf dem Reichstag zu Augsburg 1500 tatsächlich einberufen, aber schon 1502 wieder aufgelöst. Ein zweiter Reformversuch, wiederum in Worms, auf dem Reichstag von 1521, scheiterte ebenfalls. Am 21. Juli 1495 wurde die Grafschaft Württemberg unter Eberhard I. zum gleichnamigen Herzogtum erhoben, wozu Justinus Kerner 1818 das Gedicht Der reichste Fürst schuf.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Reichstag zu Worms (1495)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 262034978redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Autor/-in unbekanntentstanden 1495–1496Public domainQuelle