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Station 10 · Dreißigjähriger Krieg

Wie wird aus einem böhmischen Aufstand ein europäischer Krieg?

Zweiter Prager Fenstersturz

Erklärungen zu den Detailstellen nach Wikipedia: Zweiter Prager Fenstersturz, Wikipedia: Dreißigjähriger Krieg · CC BY-SA 4.0

In der Sammlung

er Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich und in Europa. Er begann als Religionskrieg und endete als Territorialkrieg. Als Auslöser gilt der Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618. In dreißig Jahren folgten vier Konflikte aufeinander: der Böhmisch-Pfälzische Krieg, der Niedersächsisch-Dänische Krieg, der Schwedische Krieg und der Schwedisch-Französische Krieg. Zwei Friedensversuche scheiterten, der Friede von Lübeck 1629 und der Friede von Prag 1635. Erst der Kongress von Münster und Osnabrück brachte 1648 den Westfälischen Frieden. Heutige Historiker gehen von bis zu 8 Millionen Kriegsopfern aus und von einem Bevölkerungsrückgang im Reich von mindestens 15 bis 20 Prozent.

Der Prager Fenstersturz

Auslöser war der Ständeaufstand in Böhmen von 1618. Er wurzelte im Streit um den Majestätsbrief, den Kaiser Rudolf II. 1609 ausgestellt hatte und der den böhmischen Ständen Religionsfreiheit zusicherte. Erzherzog Ferdinand von Steiermark, der spätere Kaiser Ferdinand II., war für eine harte Politik der Rekatholisierung bekannt und wurde 1617 vom böhmischen Landtag zum König gewählt. Als er evangelische Kirchen schließen ließ und den Landtag mit einem Versammlungsverbot belegte, stürmten am 23. Mai 1618 bewaffnete Adelige die Böhmische Kanzlei in der Prager Burg. Die kaiserlichen Stellvertreter Jaroslav Borsita von Martinic und Wilhelm Slavata sowie der Kanzleisekretär Philipp Fabricius wurden aus dem Fenster geworfen. Die drei überlebten, doch der Angriff kam einer Kriegserklärung gleich.

Frankreich greift ein

Frankreich, bisher nur über einen Stellvertreterkrieg beteiligt, wurde nun mit eigenen Truppen aktiv. Am 19. Mai 1635 erklärte es Spanien den Krieg. Bernhard von Sachsen-Weimar, den Schweden nicht mehr unterstützte, schloss im Oktober 1635 einen Bündnisvertrag mit Richelieu. Seine Armee wurde dem französischen Oberkommando unterstellt, ihm ein Territorium im Elsass zugesichert. Mit jährlich vier Millionen französischen Pfund sollte er 18.000 Soldaten besolden. Französische Versuche, 1635 die Spanischen Niederlande und das südliche Rheinland zu erobern, scheiterten.

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30 Jahre später

Zwei Friedensversuche scheitern. Ab 1643 verhandeln das Reich, Frankreich und Schweden in Münster und Osnabrück — und kämpfen dabei noch fünf Jahre weiter.

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