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Station 04 · Barbarossa

Warum zieht ein Kaiser sechsmal über die Alpen?

Schlacht von Legnano

Erklärungen zu den Detailstellen nach Wikimedia Commons: La battaglia di Legnano di Amos Cassoli.jpg, Wikipedia: Schlacht von Legnano · CC BY-SA 4.0

In der Sammlung

riedrich I., genannt Barbarossa, wurde um 1122 geboren und starb am 10. Juni 1190 im Fluss Saleph nahe Seleucia in Kleinarmenien. Er stammte aus dem Adelsgeschlecht der Staufer, war von 1147 bis 1152 als Friedrich III. Herzog von Schwaben, von 1152 bis 1190 römisch-deutscher König und von 1155 bis 1190 Kaiser. Seine Wahl war Folge eines Interessenausgleichs mehrerer Fürsten; die wohl bedeutendste Rolle spielte sein Vetter Heinrich der Löwe. Seine Herrschaft war vom Doppelkonflikt mit dem lombardischen Städtebund und dem Papsttum geprägt. Nach der Niederlage bei Legnano 1176 endete das Schisma im Frieden von Venedig, der Konflikt mit den Kommunen im Konstanzer Frieden 1183. Am 11. Mai 1189 brach er zum Kreuzzug auf und ertrank dreizehn Monate später.

Roncaglia 1158

Vom 11. bis 26. November 1158 fand ein Hoftag in Roncaglia statt. Die roncalischen Gesetze sollten die königlichen Ansprüche systematisch erfassen. Vier Bologneser Rechtsgelehrte stellten ihr Wissen zur Verfügung. Die lex omnis iurisdictio bewilligte alle weltlichen Herrschafts- und Gerichtsrechte dem Kaiser; die Wahl der Konsuln wurde von seiner Zustimmung abhängig. Die lex tributum sprach ihm Kopf- und Grundsteuer zu, die lex palatia das Recht, an allen Orten Pfalzen zu bauen. Für die Kommunen bedrohten die Gesetze den gewohnheitsrechtlichen Erwerb von Regalien und Gerichtsbarkeit.

Friede von Konstanz

Im Juni 1183 wurde der Vertrag von Konstanz geschlossen. Alessandria wurde unter dem Namen Caesarea formal neu gegründet. Friedrich sprach dem Bund die Regalien gegen eine einmalige oder jährliche Geldzahlung zu und erkannte die städtische Selbstverwaltung an. Die Städte verpflichteten sich zum Fodrum bei jedem Italienzug. Die Konsuln wurden von den Einwohnern bestimmt, der Kaiser konnte alle fünf Jahre die freie Wahl bestätigen. Damit scheiterte Barbarossas Versuch, eine Sonderentwicklung der Verfassung in Reichsitalien zu verhindern. Die Kommunen waren nun selbstständige Rechtssubjekte.

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95 Jahre später

Der Streit mit dem Papst bleibt. 1245 setzt Innozenz IV. den Staufer Friedrich II. ab; nach dessen Tod wählen die Fürsten Könige, die kaum Herrschergewalt ausüben.

Was hält ein Reich zusammen, wenn niemand es regiert?