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Station 11 · Westfälischer Friede

Was regelt ein Friede, der 150 Jahre halten soll?

Erklärungen zu den Detailstellen nach Wikipedia: Westfälischer Friede · CC BY-SA 4.0

In der Sammlung

er Westfälische Friede besteht aus zwei Friedensverträgen, die am 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossen wurden und den Dreißigjährigen Krieg beendeten. Der Münstersche Vertrag galt für Kaiser und Frankreich, der Osnabrücker für Kaiser und Reich einerseits und Schweden andererseits. Unterzeichnet wurde im Namen von Kaiser Ferdinand III., König Ludwig XIV. und Königin Christina von Schweden. Vorausgegangen war ein fünf Jahre währender Kongress in beiden Städten, der erste internationale Kongress mit nahezu allen großen europäischen Mächten. Ergänzende Abmachungen brachte der Nürnberger Exekutionstag. Die Beschlüsse wurden 1654 in den Jüngsten Reichsabschied aufgenommen und blieben bis 1806 Teil der Reichsverfassung.

Was geregelt wurde

Kern der Regelungen war ein neues Reichsreligionsrecht. Die Rechte der Reichsstände gegenüber dem Kaiser und in ihren eigenen Territorien wurden auf die hergebrachten Grundsätze festgeschrieben. Der Friede wurde ein Grundgesetz des Reiches und einer der wichtigsten Teile der Reichsverfassung. Die Verträge akzeptierten die Unabhängigkeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft von der Gerichtsbarkeit der Reichsgerichte. In Münster gelang es jedoch nicht, den wichtigsten Hegemonialkonflikt der Zeit zu lösen, da die Verhandlungen zwischen Frankreich und Spanien scheiterten. Ein spanisch-französischer Ausgleich kam erst mit dem Pyrenäenfrieden von 1659 zustande. Insofern war der Westfälische Friede nur ein Teilerfolg des Kongresses.

Nachwirkung

Der Friede war ein Kompromiss aller Parteien, möglich geworden durch die totale Erschöpfung der Ressourcen und die allgemeine Kriegsmüdigkeit. Neben dem revidierten Religionsfrieden regelte er die Verfassungsverhältnisse des Reiches und wurde neben der Goldenen Bulle zum wichtigsten Dokument der Reichsverfassung. Die Verhandlungen von Münster, Osnabrück und Nürnberg stehen am Anfangspunkt einer Entwicklung, die zum modernen Völkerrecht führte. Friedrich Schiller nannte den Frieden 1792 das interessanteste und charaktervollste Werk der menschlichen Weisheit und Leidenschaft. Im 19. Jahrhundert verdüsterte sich die Einschätzung, der Friede galt als Schande für Deutschland; im Nationalsozialismus diente er antifranzösischer Propaganda. Die neueste Forschung sieht in ihm den Beginn einer neuen Machtbalance zwischen Reichsständen, Kaiser und Reichsinstitutionen.

MünsterOrt auf der Karte 1648Auf der Karte zeigen

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158 Jahre später

Der Friede bleibt Teil der Reichsverfassung bis zum Schluss. 1803 fallen die geistlichen Kurfürstentümer weg, 1804 krönt sich Napoleon zum Kaiser der Franzosen — und ob die Kurfürsten noch einmal einen Habsburger wählen, ist fraglich.

Wie legt man eine Krone nieder, die tausend Jahre getragen wurde?