Wie regiert man einen Verband aus hunderten Herrschaften?
aximilian I. wurde am 22. März 1459 auf der Burg in Wiener Neustadt geboren und starb am 12. Januar 1519 auf Burg Wels. Er stammte aus dem Geschlecht der Habsburger, war durch Heirat ab 1477 Herzog von Burgund, ab 1486 römisch-deutscher König, ab 1493 Herr der Habsburgischen Erblande und vom 4. Februar 1508 bis zu seinem Tod römisch-deutscher Kaiser. In seiner Regierungszeit wurden Verwaltungsreformen eingeleitet, darunter der Ewige Landfriede sowie 1495 das Reichskammergericht und die Reichskreise. Er konsolidierte die habsburgischen Erblande und sicherte durch dynastische Heiraten die Erbfolge in Spanien, Böhmen und Ungarn. Er führte Kriege gegen Frankreich und zur Sicherung Reichsitaliens. Sein Beiname lautete „der letzte Ritter“.
Die Reichsreform
Am 24. November 1494 berief Maximilian einen Reichstag nach Worms ein, der vom 26. März bis zum 7. August 1495 dauerte. Starken Einfluss hatte der Erzbischof und Kurfürst von Mainz als Reichserzkanzler, Berthold von Henneberg, den die Fürsten zum Wortführer der Reichsstände wählten. Ihm waren der Ewige Landfrieden, die Einsetzung des Reichskammergerichts und die „Handhabung Friedens und Rechts“ zu verdanken. Die Kompromisse führten zu vier grundlegenden Reformgesetzen im Reichsabschied von 1495. Vorgesehen war auch der Gemeine Pfennig als erste reichsweite Steuer. Das Reichsgebiet teilte man zunächst in sechs, später in zehn Reichskreise ein. Das Reichskammergericht war die erste Instanz für die reichsunmittelbaren Stände und wurde ab 1527 in Speyer ansässig. Die Einführung des Reichsregiments scheiterte an den Reichsständen.
26 Jahre später
Wieder tagt der Reichstag in Worms. Diesmal steht dort kein Gesetz zur Verhandlung, sondern ein Theologieprofessor aus Wittenberg.
