Rundgang verlassen und frei weiterlesen
Station 02 · Die Ottonen

Wer erneuert das Kaisertum, und warum in Sachsen?

Otto I. (HRR)

Erklärungen zu den Detailstellen nach Wikimedia Commons: Otto I Manuscriptum Mediolanense c 1200.jpg · CC BY-SA 4.0

In der Sammlung

ie Liudolfinger waren ein sächsisches Adelsgeschlecht. Wegen der drei Kaiser Otto I., Otto II. und Otto III. heißen sie auch Ottonen. Das älteste mit Sicherheit identifizierbare Familienmitglied war Graf Liudolf, gestorben 866. Die Ottonen folgten den Konradinern als Herrscherdynastie im Heiligen Römischen Reich. Von 919 bis 1024 regierten sie als Römisch-deutsche Könige, ab 962 als Kaiser. Mit dem Tod Heinrichs II. 1024 starb das Geschlecht in männlicher Linie aus, beziehungsweise mit dessen Bruder Bischof Brun von Augsburg 1029. Danach ging die Königswürde auf die Salier über.

Anfänge

Der Zerfall des Karolingerreiches im 9. Jahrhundert führte 843 zur Ausbildung dreier Reichsteile und 870 zur Spaltung in ein west- und ein ostfränkisches Reichsgebiet. Im Herzogtum Sachsen und in anderen Teilen des Ostfränkischen Reiches kämpften die führenden Adelsfamilien um ihren Herrschaftsanspruch. Bereits Mitte des 9. Jahrhunderts zeichnete sich ab, dass die Liudolfinger in Sachsen zu diesen Familien gehörten. Ihr Aufstieg fällt zusammen mit dem Aufstieg des Ostfränkischen Reiches und dem Entstehen des Heiligen Römischen Reiches.

Der Frankenherzog und König des Ostfrankenreiches Konrad I. lag bereits im Sterben, als er bei seiner Familie den Verzicht auf ihren geburtsrechtlichen Anspruch auf die Königswürde erwirkte. Den ostfränkischen Stammesherzögen empfahl er, seinen mächtigsten Gegner zu wählen: den Liudolfinger Heinrich von Sachsen.

Otto I.

936 bestieg Otto I., auch Otto der Große genannt, den Thron. Sein Heer besiegte die Ungarn 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld vernichtend und beendete die Bedrohung aus dem Südosten. Zur Vollendung der Stabilisierung des Reiches ließ sich Otto 962 von Papst Johannes XII. zum Kaiser krönen. Gleichzeitig erneuerte er das römische Kaisertum von Karl dem Großen, bestätigte die Pippinische Schenkung durch das Privilegium Ottonianum und verheiratete seinen Sohn und Thronfolger Otto mit Theophanu, einer byzantinischen Prinzessin.

Den ganzen Artikel „Liudolfinger“ lesen

Nächste Station · 03 Canossa

158 Jahre später

1024 stirbt das Geschlecht der Ottonen aus, die Krone geht an die Salier. Ein halbes Jahrhundert später streitet einer von ihnen mit dem Papst darüber, wer Bischöfe einsetzen darf.

Was steht auf dem Spiel, wenn ein König vor einem Papst wartet?